Departure Neuaubing – NS-Zwangsarbeit digital vermitteln

Kunde:
NS Dokumentationszentrum München

Projektpartner*innen:
Paintbucket Games/Jörg Friedrich sowie die Künstler*innen Sima Dehgani, Leon Kahane & Fabian Bechtle, Hadas Tapouchi, Barbara Yelin und Franz Wanner

Gefördert durch:
DIVE IN - Kulturstiftung des Bundes

Leistungen:
Begleitung, Konzeption und Digitalisierung/Interaktion der künstlerischen Zugänge, Konzeption Online-Angebote

Team:
Daniel Seitz, Robert Behrendt

Um den künftigen Ausstellungs- und Gedächnisort des NS-Zwangsarbeitslagers Neuaubing in München vorab auch medial und digital zugänglich zu machen, unterstützen wir das NS-Dokumentationszentrum München bei der Konzeption, Entwicklung und Umsetzung einer Webapp, die die unterschiedlichen künstlerischen Zugänge zum Thema pädagogisch bündelt und verknüpft.

Mit dem digitalen Geschichtsprojekt „Departure Neuaubing – European Histories of Forced Labor“ entwickelt das NS-Dokumentationszentrum  München im Laufe des Jahres 2021 eine interaktive und interdisziplinäre Web-Anwendung, die dazu einlädt, die Geschichte der nationalsozialistischen Zwangsarbeit als eine europäisch-vernetzte Geschichte zu entdecken.

Digitale Medien bieten die Möglichkeit, Distanzen zu überwinden, transnationale Verweise sowie transhistorische Verknüpfungen aufzuzeigen. Die NS-Zwangsarbeit bedeutete Verschleppung von Menschen aus vielen europäischen Ländern: auch in München-Neuaubing als einem Zentrum der NS-Rüstungsindustrie (mit den ansässigen Dornier-Werken und der Reichsbahn), waren Menschen aus den Gebieten der Sowjetunion, Polen, Niederlande, Frankreich und Italien u.a. in einem NS-Zwangsarbeiter*innenlager untergebracht.

Das Digitalprojekt setzt an diesen historischen Zusammenhängen an und richtet den Blickwinkel auf die europäischen Verbindungen bis heute und beleuchtet Fragen der erzwungenen Migration und Ausbeutung. „Departure Neuaubing“ fragt aber auch nach Rückkehr, dem Umgang mit den Erfahrungen im Nachkriegseuropa sowie Kontinuitäten der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bis in die Gegenwart.

Gemeinsam mit dem Game-Entwickler Jörg Friedrich sowie den Künstler*innen Sima Dehgani, Leon Kahane & Fabian Bechtle, Hadas Tapouchi, Barbara Yelin und Franz Wanner entstehen vielfältige interdisziplinäre Projekte, die sich mit den Themen Arbeit, Migration, Ausbeutung und Erinnerung auseinandersetzen. „Departure Neuaubing“ bietet künstlerische, wissenschaftliche und spielerische Zugänge an und setzt das Wissen über die Geschichte der Zwangsarbeit in Beziehung zu gegenwärtigen Lebens- und Arbeitsbedingungen.