7. Apr 2007

Second-Life Cacher

von Daniel Seitz

Do you geocache in your First Life?

ist eine Frage, die einem gleich auf slgeocaching.com gestellt wird. Das Ergebniss liegt ganz klar (93%) bei “often” bzw. “sometimes”.
Was bewegt also Menschen, die im realen Leben Geocachen gehen, dazu, es auch in SL zu tun?

Dieser Frage ging ich gestern zu nachtschlafender vernünftiger Zeit nach, und suchte meine ersten 2 Caches:

Als erstes musste ich fesstellen, dass slgeocaching.com eine wirklich sehr schlecht gemachte Seite ist, sehr lange Ladezeiten, traffic-hungrig, langsamer Aufbau (man könnte meinen, man redet von SecondLife selbst ;-) ). Auch die Beschreibungen, bzw. wie man dazu kommt, erschließt sich einem erst nach mühsamem Suchen.
Hat man dann die Beschreibungen der Caches soweit geladen kann es losgehen:

slcache-plush.jpg

Die Cache-Beschreibungen dürften sich einem Geocacher sofort erschließen, für alle anderen mach ich nochmal einen eigenen Eintrag, indem ich Schritt-für-Schritt Geocaching im SL erkläre.

Es geht nun also los, indem man sich in die “Region” teleportiert und sich dann zu den richtigen Koordinaten aufmacht. Das Bild kann ein Hinweis auf den Cache sein, muss es aber nicht. Vor Ort findet man dann einen Behälter, mehr oder weniger gut versteckt, der, wenn man ihn berührt, erzählt, dass er ein Geocache-Behälter ist. Vielleicht noch fürs Finden gratuliert. Abschließend loggt man seinen Visit auf slgeocaching.com und fertig.

Das ganze läuft also identisch wie beim Geocachen ab, einen Cache über die Plattform suchen, dann “real” suchen, danach loggen. Jetzt sagt man als richtiger(TM) Geocacher natürlich, dass da alles wesentliche, die frische Luft, das Naturerlebnis, das Entdecken neuer Orte, das Unterwegs sein fehlt – aber tut es das wirklich? Für jemanden, der sich in SL wohlfühlt bestimmt nicht – und auch hier hab ich die Vorteile von GC – ich gebe mit jedem gelegten Cache eine Empfehlung für einen besonderen Ort ab, es wird ein Konkurrenzkampf um den schönsten, best-versteckten, wasauchimmer Cache entstehen und es wird wie im FirstLife eine Gemeinschaft entstehen (bzw. ist schon, es gibt z.B. in SL eine Gruppe “Geocaching in SL” mit immerhin aktuell 44 Mitgliedern (ist natürlich weltweit, bzw. wahrscheinlich vor allem US-Amerikaner).

Ich ging mit sehr viel Skepsis an das Thema, jedoch wurde ich beim tun positiv überrascht – ich bewege mich sehr selten in SL, da mir dieser ganze Kommerz dort nicht gefällt. Dennoch hatte ich dort plötzlich einen Auftrag, und wie im realen Leben auch, wenn man sich einmal an einen Cache gemacht hat, entwickelt man Ehrgeiz – man will den Cache finden, man will den Log..
Natürlich zeichnen sich auch jetzt schon die ersten negativen Dinge ab. Z.B. läßt der Betreiber des “Portals” slgeocaching.com und auch Gründer der Gruppe “Geocaching im Second Life” in SL keine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen, dass das ganze kostenlos ist – immer mit dem Zusatz: noch!
Auch beschäftigen sich die Caches mit Themen, mit denen man sich eben in SL so beschäftigt:

“Placed cache here because of the fantastic clothing,accessories and hair they offer “

Das, in Kombination mit fast jeglicher Entwicklung in SL läßt klar erahnen. Und zeigt eigentlich jetzt schon auf, dass es einer OpenSource-Lösung wie opencaching bedarf. (Wenn man einen Schritt weiter geht, könnte man sogar darüber nachdenken, ob SL-Caches nicht einfach eine neue Kategorie von Caches sind, und deswegen ihren Platz auf opencaching.de selbst haben sollten?!)

Fazit:

  • GC im SL ist jetzt schon eine spannende Sache und wird mit zunehmender Cache-Dichte spannender.
  • (Fast) Alle Prinzipien und Vorteile, die beim Geocachen in RL gelten, gelten auch (übertragen) im SL
  • Wenn man die Sache ernst nimmt, muss man jetzt schon über OpenSource-Lösungen nachdenken, um nicht wie im RL irgendwann dem großen, kommerziellen Bruder hinterher rennen zu müssen..
  • SL beinhaltet alles, was zum Cachen (also zumindest zum Suchen) nötig ist – ausser den hohen Einstiegsanforderungen durch SL selbst (Bandbreite, Grafik-Chip, Rechenleistung, ggf. Firewall) gibt es also keine Einstiegsbarrieren

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