9. Sep 2014

youtube:lab @ ARS Electronica Festival

von Daniel Seitz

Youtube ist ein großes Phänomen für Kinder und Jugendliche, Youtuber bilden eine neue Starkultur, Youtuber ist der neue Traumberuf für viele.

Diesem Phänomen wollten wir auf dem ARS Electronica Festival und dessen Sub-Festival u19 – Create your World nachgehen. Wir haben drei junge Youtuber eingeladen, mit uns dieser Frage nachzugehen – Mr. Verknallt aus Berlin, 16 Jahre alt mit dem Traum, Youtuber zu werden, Stefie Matis, 17 Jahre alt und Redakteurin beim Branchen-Webvideo-Magazin broadmark.de und seit Mai auch mit eigenem Youtube-Channel und Stevanian, 19 Jahre alt, mit über 6000 Abonnenten und im größten deutschen Youtube-Netzwerk Mediakraft mit Potential, durchzustarten.

Heraus gekommen sind vier Videos, die den Youtubern wichtig erscheinende Themen für Einsteiger beantworten:

Wie zu sehen ist, haben wir (fast) den gesamten Entstehungs-Prozess offen gelegt, auch filmisch. Die Themen sind in Diskussionsrunden zwischen den drei jungen Youtubern, einem Filmemacher, Benjamin Schindler von zeitgebilde.de und einem Medienpädagogen, Daniel Seitz, entstanden. Als Protagonisten haben sich die drei selbst gewählt, die Formate wurden teilweise geplant – Umfragen und eigene Meinung, wurden teilweise durch uns eingespeist und gelehrt – Schnittbilder und Festival-Impressionen – oder sind im Schaffensprozess entstanden – z.B. die Diskussionsrunden zwischen uns, die wir irgendwann beschlossen, einfach mit aufzuzeichnen.

Neben den entstanden Produkten, die unter freier Lizenz veröffentlicht wurden, um auch in der Bildungarbeit genutzt werden zu können, ist das youtube:lab eine Form aktiver Medienarbeit, um mit Jugendlichen zum Thema Youtube zu arbeiten.
Dabei wurden uns – den Jugendlichen als auch den Medienpädagogen – viele Dinge deutlich: Youtube(r) und Film(er) können viel voneinander lernen. Youtuber haben alles DIY selbst gelernt, sie wissen vieles um Video(schnitt) schlicht (noch) nicht. Der „Youtube-Style“ geht häufig einfach auf mangelndes Know-How, Produktionsprozesse, Ausstattung zurück – auch bei erfolgreicheren Youtubern – das ist nicht schlimm, Content ist King, aber mit zunehmender Professionalisierung, z.B. durch die Netzwerke werden die Einstiegsbarrieren für neue Youtuber größer – gute Ansatzmöglichkeiten für Medienpädagogik..
Warum nicht im örtlichen Medienzentrum Videokurse für Youtuber anbieten? Medienpädagogik hat starke Wurzeln in der (emanzipatorischen) Videoarbeit, hier bieten sich zahlreiche Ansatzpunkte. Gemeinsam mit erfahreneren Youtubern lassen sich hier sicher spannende Angebote konzipieren – denn deutlich wurde auch: Insbesondere bei den in Netzwerken organisierten Youtubern ist unglaublich viel (Spezial-)Wissen verfügbar. Sehr viel (nicht-dokumentiertes) Wissen schlummert hier: Wann am besten das Video veröffentlichen? Wie lange ist die richtige Videolänge? In den eigenen Statistiken watch-time und Absprungpunkte auswerten, Endcards optimieren. Per Call to Action auf Liken, Teilen, kommentieren hinweisen, erhöht die für den youtube-Algorhitmus so wichtige Beteiligung. Mit großer Selbstverständlichkeit per socialblade eigene Kanäle und andere verfolgen.
All das lässt sich in peer2peer-Workshops organisieren und vermitteln.

Das youtube:lab wird als Form der aktiven Medienarbeit und als „Wissensmagazin“ fortgeführt, wir freuen uns auf Einladungen und Kooperationen zum Thema web-video!
Ein sehr netter Podcast mit Dominik Landwehr von Migros Kulturprozent gibt Einblicke in die Hintergründe des youtube:labs

 

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