FUTURE MONSTER LAB – Wir bauen Zukunftsmonster!

Mit dem FUTURE MONSTER LAB ist medialepfade.org am EU Projekt DOIT Entrepreneurial skills for young social innovators in an open digital world beteiligt. Social entrepreneurship meint die unterstützende Kompetenz, den Herausforderungen des täglichen Alltags resilient und souverän zu begegnen und sie aktiv zu gestalten.

Das FUTURE MONSTER LAB ist ein Workshop in dem Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren Zukunftsmonster entwickeln.

Gemeinsam denken wir im Workshop über Zukunft, Umwelt und Nachhaltigkeit nach, sammeln und verarbeiten gebrauchte Materialien und lernen digitale Techniken kennen. Dazu wird eine Vielfalt an Methoden verwendet, um den Teilnehmer*innen einen explorativ-spielerischen Zugang zum Thema zu ermöglichen. Die Woche ist eine Mischung aus bauen, tüfteln und experimentieren und dem Sammeln von Ideen und Informationen.

Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung stellt die Lebenswelt der Teilnehmenden dar. Gemeinsam wird erarbeitet, welche Entwicklungen und Veränderungen unseres Planeten die Kinder beschäftigt. Die Zukunftsmonster, die in der zweiten Phase gebaut werden, dienen als Container und Mittel der Demonstration.

Es werden Motoren, Lichter und andere Bauteile aus ausgedienten elektronischen Geräten zu Teilen der Monster. Damit können unsere Monster informieren, protestieren und so unsere Ideen für eine bessere Welt zeigen. Gleichzeitig eröffnet sich den Kindern die Black Box “technisches Gerät” und sie können Einblick darin gewinnen, dass die komplexesten Geräte nur eine Kombination aus einer Vielzahl oftmals bekannter Einzelteile ist.

Der Bau der Monster passiert in Gruppen. Die Kinder durchlaufen gemeinsam eine Entwurfsphase und einigen sich so auf ein gemeinsames Ziel. Für die Bauphase werden agile Methoden verwendet, sodass sich die Kinder weitgehend selbst organisieren können. Die anwesenden Medienpädagog*innen bieten den inhaltlichen Rahmen und unterstützen die Kinder bei der Umsetzung ihrer Ideen.

Im Projekt entwickeln verschiedene europäische Partner Ideen, wie das Interesse für gesellschaftliche Probleme und digitale Technologien bei Kinder und Jugendlichen gefördert werden kann. Mehr Informationen gibt es hier: DoIt Europe

 

Dokumentation: Der Workshop verwendet eine Vielfalt an Methoden. Neben dem aktiven Tun in Form von Bauen, Zerlegen und Experimentieren, findet eine Auseinandersetzung mit den Themen Nachhaltigkeit, Zukunft und Umwelt in Form von spielerischen Recherchen und einem gemeinsamen Austausch statt. Die dabei gesammelten Ideen und Gedanken werden dokumentiert und sichtbar im Raum aufgehängt. So kann über die Zeit des Workshops hinweg, immer wieder darauf Bezug genommen werden. Und das gemeinsam Erarbeitete Wissen ist auf diese Weise für alle zugänglich.

Anknüpfen an der Lebensrealtität der Teilnehmer*innen: Die Zukunftsmonster sollen an der Lebensrealtität der Kinder anknüpfen. Welche Zukunftstängste haben Kinder? Das Monster ist auch eine Möglichkeit darauf hinzuweisen, worauf wir Erwachsene zu wenig achten.

Experimentieren und testen: Im Future Monster Lab ist das Ausprobieren zentraler Aspekt. Es soll die Angst vor Fehlern genommen werden. Das Zerlegen von Altgeräten – unter Einhaltung weniger Regeln zur Sicherheit – soll es ermöglichen, sich Zusammenhänge anzueignen und damit zu spielen. Nicht immer muss jedem Versuch eine ausführliche vernunftsgelenkte Planung vorausgehen. So wird am Ende alles Material zu Baustoff. Durch das Öffnen geschlossener Systeme ist es möglich Einzelteile zu analysieren. Ein genaueres Hinsehen auf einzelne Bestandteile macht das Erkennen von Zusammenhängen plötzlich sehr einfach.

Individuelle Dokumentation: Alle Teilnehmer*innen bekommen ein Projektheft in dem sie individuell Wissen festhalten können und Raum für Skizzen und Planung haben. Impulsfragen sollen dabei Auslöser sein. Den Kindern ist es dabei freigestellt, ob sie zeichnen oder schreiben.

Prototypen: Eine kurze Traumreise ermöglicht einerseits ein kurzes Zu-Sich-Kommen und gleichzeitig verwenden wir sie als Methode um sich angeleitet Gedanken über das Aussehen und die Funktionen des Monsters zu machen. In der Traumreise stellen wir uns vor, wir treffen das Monster, wir haben Gelegenheit es zu treffen, mit ihm zu sprechen, es anzufassen. Im Anschluss an die Traumreise werden Prototypen aus einer kleinen Auswahl an Materialien gebaut. Es geht nicht darum, das gesehene möglichst genau abzubilden. Sondern um ein Skizzieren, Notieren, Festhalten. Durch die Reduktion auf wenige Formen und Materialien soll das assoziative, freie Bauen in den Vordergrund rücken. Im Anschluss stellen alle ihren Prototypen vor, werden so als Persönlichkeiten sichtbar und Teams können gebildet werden.

Tablet Rallye: Die Recherche zum Thema Recycling und Müll passiert in Form von Tablet Rallyes. In Gruppen lösen die Kinder kleine Aufgaben und erarbeiten und festigen so erlangtes Wissen. Die Texte sind in hackmd aufbereitet, einem webbasierten Texteditor der ein einfaches kollaboratives Arbeiten ermöglicht.

Kollaboratives Arbeiten und Selbstorganisation: Den Teilnehmer*innen wird von Anfang an kommuniziert, dass der Bau des Monsters in Gruppen passiert. Dennoch machen sie sich zunächst Gedanken darüber, welches Problem ihr Monster lösen sollte und wie es aussieht. Die Gruppen bilden sich somit nach gemeinsamen Zielen. Um die Teilnehmer*innen dabei zu unterstützen möglichst eigenständig arbeiten zu können, wird eine Reihe von Werkzeugen zur Selbstorganisation eingeführt. Nach einem freien Sammeln von Ideen in Form eines Brainstormings wird das gemeinsame Ziel auf einem Plakat festgehalten. Konkrete Fragen unterstützen dabei den Prozess, sich auf wesentliche Kernpunkte zu einigen. Das Kanban Board wird als weiteres Werkzeug vorgestellt um während des Arbeitsprozesses einen Überblick über Aufgaben und den Verlauf des Projektes zu bewahren. Das Kanban Board setzt sich im Wesentlichen aus drei Spalten zusammen: “Zu tun”,  ”wird gemacht, “erledigt” (to do-doing-done). Die Kinder halten auf Post-its alles fest, was zu tun ist. Angefangen bei dem Material das zu beschaffen ist, hin zu einzelnen Arbeitsschritten. Diese einzelnen Todos wandern während des Projektes laufend von einer Spalte zur nächsten. So ist es allen im Team möglich zu sehen, welche Arbeitsschritte noch fehlen oder schon erledigt sind.

Code of Conduct: Am ersten Tag des Workshops wird ein Code of Conduct eingeführt. Der Code of Conduct ist eine Sammlung einfacher Gebote, die dabei helfen sollen, ein gutes Miteinander sicherzustellen. Die einzelnen Punkte werden dabei besprochen und gegebenenfalls adaptiert oder vervollständigt.

 

Über den Author

Ilona Stuetz

open education

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